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Tommy Kent - ein Leben für die Kunst

„Eigentlich wollte ich immer nur malen!“ - Dr. Helga Wäß im Gespräch mit dem Künstler in seinem Münchner Atelier (16.1.2014)

Fotos: Dr. Helga Wäß und privat

Es war ein großer Sprung – von der Musik zur Architektur. Und jetzt internationale Ausstellungen mit seinen Gemälden... Ein Sprung, den wir hier gerne nachzeichnen möchten. Vor acht Jahren stellte Tommy Kent seine Gemälde in der Greeley-Square-Gallery in New York aus, dann kam eine Ausstellung in Chicago und zwischendurch bis heute immer wieder Heimspiele: wie jenes in der Galerie Trost – Fine Art – im Zentrum Münchens (2005) und viele andere. Im neuen Jahr wird er dann den „Kunstbunker“ in Neuried mit bespielen – voraussichtlich im April. Für weitere Ausstellungen ist der 1942 geborene Künstler im Gespräch und jederzeit offen. Seine Sammler kommen inzwischen sogar ins Atelier, um zu sehen, was wieder auf der Staffelei steht. Im Moment hält er jedoch alles fest, um genug Werke für die kommende Ausstellung zu haben. Tommy Kent hat uns für das Interview sein Atelier in München vorgeschlagen.

Fotos: Dimitri Davies

Wir betreten einen langen hohen Flur in einem der schönen, alten Jugendstilhäuser Schwabings. Gemälde bis unter die hohe Decke, kleine und große, sie lassen uns Interessantes ahnen. Wir schreiten voran auf einem roten Läufer, der direkt in den Atelierraum führt. In einer Ecke zwischen zwei hohen Fenstern steht eine riesige Staffelei, darauf ein Malkarton mit einer Zeichnung. An einer Wand stehen ein Zeichentisch und ein PC, aus den Lautsprechern dringt leichter Soul. Es gibt ein geräumiges Ecksofa und an den Wänden einen riesigen, golden gerahmten Spiegel und überall Gemälde – und eine Gitarre. Hier in seiner Atelierwohnung gestattet uns Tommy Kent einen Einblick in sein spannendes, abwechslungsreiches und doch trotz aller Widrigkeiten irgendwie sehr stringent verlaufendes Leben. Ein Leben, das doch von Anfang an nur ein Ziel hatte:

 

„Eigentlich wollte ich immer nur malen!“

Und landete erst einmal in der Promi-Szene, wie man heute sagen würde. Tommy Kent traf die Beatles im Hamburger Top Ten Club, stand lange mit Susie Darlin' als deutscher Superstar der 60er Jahre auf Platz 1 der Hitlisten, führte über den Star-Briefwechsel im Jugendmagazin Bravo Diskussionen mit Peter Kraus, tanzte als Schauspieler der wilden 60er mit Senta Berger und Rex Gildo oder spielte mit Hildegard Knef in Filmen, ging mit Max Greger, Paul Kuhn und Udo Jürgens auf Tournee, baute wunderbare Häuser in den Staaten und in München, wofür er einige begehrte Fassadenpreise erhielt, stellte seine Malerei in New York und Chicago aus und ist ein großer „Fan“ der Malerei Gerhard Richters.

Video: Blizzardjens

Heute lebt Tommy Kent, der mit bürgerlichem Namen Guntram Kühbeck heißt, in München. Wir besuchen den charmanten Künstler in seinem Atelier und erleben ein Stück Bohème am Englischen Garten. Tauchen Sie mit uns ein in das Leben eines quirligen, umtriebigen freischaffenden Künstler, der zwischen Zeichentisch und Staffelei lebt und jeden Tag glücklich ist, an dem er sich der Malerei widmen kann.

"Die Geister, die ich rief..." Foto: Dr. Helga Wäß

Künstlerseele, die sich mit jedem Werk dem Betrachter neu öffnet

Tommy Kent, Sie wuchsen als das Jüngste von insgesamt sechs Geschwistern in München auf. Was sind Ihre frühesten Erinnerungen, die Ihr Talent schon zeigten?

Tommy Kent: „Von Anfang an, soweit ich mich zurück erinnere, habe ich gezeichnet: Häuser, Zimmerfluchten, ganze Alben voll. Aber es waren brauchbare Räume, möbliert, und in meiner kindlichen Fantasie waren sie bewohnt. Bewohnbare Architekturen mit Treppenschnitten und Figuren. Seit ich den Bleistift halten konnte und entdeckte, dass man damit andere, neue Welten schaffen kann, war ich der Malerei verfallen. Wenn ich zeichnete, war ich ganz bei mir und vergaß die Welt um mich herum.“

Und die Geschwister, haben die auch gezeichnet?

Tommy Kent: „Man kann sich gar nicht vorstellen, was so ein jüngstes Kind mit vier älteren Schwestern und einem zehn Jahre alten Bruder alles mitmacht. Sie haben mich behandelt wie ihre Puppe. Die Mädchen, mein ich. Es gibt Fotos, da spielen sie Hochzeit, und ich muss – mit gequältem Gesichtsausdruck – Blumen streuen.“

Haben Sie aus Ihrer Kindheit Vorbilder?

Tommy Kent: „Mein Vater war Arzt, und ich erinnere mich noch an Bombenangriffe, obwohl ich damals erst zwei oder drei Jahre alt war. Bis heute erschrecke ich, wenn ich einen lauten Flieger höre. Mein großer Bruder wurde später Architekt, ein sehr guter. Er war für mich immer ein Vorbild. Gerade lese ich ein Buch von Hermann Hesse und darin: „Kinder erforschen die ganze Welt“. Alles ist neu, wenn du Kind bist.“

Und in der Fantasie entstehen neue Welten?

Tommy Kent: „Ja, genau! Als größeres Kind war ich am liebsten im Wald. Ich habe dort Höhlenwohnungen gebaut. Wirklich umfangreiche Bauten."

Was war damals Ihr Berufswunsch? Architekt?

Tommy Kent: „Wenn mich jemand fragte, war das: ‚Naturforscher!’“

Gab es Lieblingsfächer in der Schule?

Tommy Kent: „Kunst, Musik und natürlich Sport. Ich konnte so gut singen, dass man mich für die Regensburger Domspatzen vorschlug. Dort hörte man wohlwollend meinen Gesang und stellte dann aufgrund meines Alters fest, dass ich ja bald in den Stimmbruch käme. Dafür wollte man nun keine Stimmausbildung riskieren.“

Gab es sonst künstlerische Veranlagungen in der Familie?

Tommy Kent: „Ja, meine Schwester war auf der Modeschule – sie zeichnete gut – aber Begabungen muss man ausbauen, und da gab es bald andere Interessen.“

München nach dem zweiten Weltkrieg – haben Sie daran noch Erinnerungen?

Tommy Kent: „Alles war zerbombt! Man kann sich das gar nicht vorstellen: Häuserwände wie Burgzinnen. Wir hatten ein Klavier, und ich erinnere mich noch, wie ich von unten in das zerbombte Haus sah, und oben auf einer Platte an der Wand stand unser Klavier. Kein Raum mehr drum herum – nur dieses Klavier, an dem ich nie üben wollte. Irgendwann krachte das auch herunter.“

"Friedensengel flieg, Nymphenburger Park". Foto: Dr. Helga Wäß

Warum haben Sie sich für das Architekturstudium entschieden?

Tommy Kent: „Hm, eigentlich nur, weil ich zeichnen wollte. Mein Bruder war ein guter Architekt, und ich dachte später mit ihm zusammenarbeiten zu können. Aber im Studium an der Technischen Universität in München lernten wir nur perspektivisches Zeichnen und Konstruieren. Ich machte Praktika bei meinem Bruder, wobei mir die Tätigkeit auf dem Bau, das Körperliche, gefiel. Ich habe gerne mit meinen Händen gearbeitet und etwas geschaffen, etwas, das man dann sofort ansehen konnte. Etwas, das wirklich dastand und an dem ich mitgewirkt hatte.“

Foto: privat

Und wie kamen Sie damals zur Musik?

Tommy Kent: „Oh!“ (Er lächelt in sich hinein und schaut neben sich – da hängt an der Wand eine Gitarre) „Von meinem ersten selbstverdienten Geld habe ich mir sofort eine Gitarre gekauft. Ich habe Tag und Nacht darauf herum geklimpert und gesungen. Mein Vater hatte eine Patientin. Marietta di Monaco, eine Schwabinger Größe. Sie war Kabarettistin, Lyrikerin und Tänzerin. Sie stand Malern Modell und war ihre Muse. Die Presse bezeichnete sie auch als Muse Schwabylons oder Königin der Schwabinger Bohème. Sie trat ganz früher im Simpl, im Schwabinger Brettl, in der Katakombe oder der Seerose auf – halt in, wie sagt man?“

In Kleinkunstlokalen?

Tommy Kent: „Genau. Und als sie eines Tages bei uns war, hörte sie mich Gitarre spielen und singen. Nachdem sie von meinem Vater erfahren hatte, dass ich das sei, lud sie mich zum Künstlerfest ein. Damals gab es in den Gewölben unter dem Rathaus noch eine Kleinkunstbühne."

Dort sind sie aufgetreten?

Tommy Kent: „Ja, ich habe Gitarre gespielt und gesungen. Es waren ca. 30 Zuschauer dort. Ich sang Marian. Alle wippten im Takt oder tanzten. Und dann, als ich fertig war, standen sie auf den Stühlen. Ich sollte nicht aufhören. Und ich spielte und spielte und sang. Mein ganzes Repertoire. Eine wahnsinnige Stimmung. Dass man so auf mein Können abfuhr, war ein tolles Erlebnis. Von da an habe ich als Student nebenbei in den Nachtlokalen Münchens gesungen und gespielt.“

Foto: privat

Wie ging es weiter, wer hat Sie schlussendlich bekannt gemacht?

Tommy Kent: „An einem Abend hörten mich im Rathausgewölbe der Musikmanager Stefan von Baranski, der Liedtexter Walter Brandin und der Münchner Musikverleger Hans Beierlein. Sie luden mich nach Hamburg ein zu Polydor, später Deutsche Grammophon AG.“

Hatten Sie da schon Ihren Künstlernamen?

Tommy Kent: „Nein, damals hieß ich noch Gundram Kühbeck. In Hamburg bei Polydor gab man mir 60 Platten und sagte ‚such dir eine aus’. Ich wählte Susie Darlin', fuhr nach München und studierte das Lied ein. Dann ging es zurück nach Hamburg, direkt ins Plattenstudio, und ich sang zur Aufnahme ins Mikro. Ich sollte meine Stimme mit dem typischen Schluck-Auf-Sound von Peter Kraus aufpolieren. Es klang fürchterlich. Prompt bekam ich auch eine Absage.“

Aber Sie wurden mit Susie Darlin' doch berühmt?!

Tommy Kent: „Ja, Monate später rief mich Bernd Kaempfert an. Ich hatte damals meine Studentenbude in der Schellingstraße. Ich traute meinen Ohren nicht, als er sagte: ‚Komm noch mal nach Hamburg. Wir machen es noch mal!’“

Und in Hamburg?

Tommy Kent: „Wir überlegten einen Künstlernamen. Mir gefiel ‚Tommy’ schon immer ganz gut, und Kaempfert sagte ‚Kent’, so war mein Künstlername geboren. Kaempfert, oder Fips, wie wir ihn allen nannten, sagte bei der Aufnahme, ich solle singen, wie ich wolle. Ich sang zwei Mal ‚Susie Darlin'’ und fuhr wieder nach München. Einige Zeit später zog ich in die Adelheidstraße. Wir hörten damals alle die Hitparade in Radio Luxemburg. An einem Tag – ich erinnere mich, als wäre es gestern – sagte der Sprecher Camillo Felgen: ‚Jetzt wieder Tommy Kent mit Susie Darlin', erneut unser Nummer 1 Hit.’“

Wow! Meldete sich dann auch die Plattenfirma wieder?

Tommy Kent: „Ja, Polydor rief an und machte einen Vertrag. Es war jedoch mein Erstlingswerk, so hieß es darin, und dafür bekam man kein Honorar – nur einen Plattenvertrag. Sie gaben mir dann doch 300 Mark für den Song und verkauften über eine halbe Million Scheiben.“

Sie haben damals Gesangs- und Schauspielunterricht genommen und nebenbei Ihr Architekturstudium beendet?

Tommy Kent: „Nein, das dauerte noch, aber als eiliger Student hatte ich bald mein Diplom in der Tasche. Ich war ganz gut! Was sich viel später auszahlen sollte.“

Hauptrollen neben Senta Berger und Rex Gildo

Sie haben 1960 in dem Schlagerfilm O sole mio mit Senta Berger und Rex Gildo in den Hauptrollen gespielt, 1965 in dem Film Der Schleier fiel mit Hildegard Knef und 1967 in Kleiner Mann, was nun nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada. Das muss eine spannende Zeit gewesen sein?

Tommy Kent: „Ja, aber ich hatte damals eine Managerin, die mich als jungen Mann ‚privat gut leiden konnte’, sagen wir mal so. Sie hat die Gagen so hoch verhandelt, dass nach und nach weniger Aufträge kamen.“

Aber musikalisch ging es weiter?

Tommy Kent: „Ja, in München trat ich bei großen Veranstaltungen auf. Meine Lieder spielten von morgens bis abends im Radio. Jeder über 15 hatte meine Platten. Das war ein Aufstand: Die Bravo interviewte mich und schrieb, dass ich besser sei als Peter Kraus. Worauf hin Peter Kraus und ich über Briefe in der Bravo kommunizierten. Er schrieb „Aber Tommy, wir sind doch Freunde!“ und ich antwortete „Lieber Peter, aber natürlich! Ich habe doch nichts gegen dich!“

Das waren dann die Tweets der 60er? Traten Sie nur in München auf?

Tommy Kent: „Nein, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ich ging auf Tournee mit Max Gregor, Paulchen Kuhn oder Udo Jürgens. Während ich meine Gagen sparte, ging Udo gerne gut Essen. Er sagte, „das muss sein, und wenn es mein ganzes Geld kostet.’ Ich lebte sehr spartanisch. Im Rückblick eine tolle Zeit. Aber ich hatte auch immer Heimweh, immer in Hotels, und alles wurde Routine. Man trat auf, sang, Applaus, und weiter ging es. Man dachte auch nicht, dass das irgendwann enden könnte. I need your love tonight wurde ¼ Million Mal verkauft, „Alle Nächte“ war in Österreich lange auf Platz 1.“

Wie war das mit Paul McCartney?

Tommy Kent: „Fips, ich meine Bernd Kaempfert, hatte mich nach Hamburg eingeladen. 1963! Ivo Robic und Fips schickten mich in den Top Ten-Club auf der Reeperbahn 136. Und da hörte ich einen Sound! Wow. Ich ging auf die Bühne zu Paul McCartney, wir waren etwa im gleichen Alter, und sagte, dass er unbedingt Bernd Kaempfert vorspielen muss.“

Paul erinnerte sich in einem Brief daran?

Tommy Kent: „Ja! Er schrieb: ‚The other Time one of the German biggest Rock'n Roll-Stars came into the club (he is well known here as Cliff Richard is in England) Tommy Kent's his name. And he said we were the best group he'd ever heard. Hope he meant it.’ Dieser Brief wurde 1996 bei Christies in London versteigert. In der Auktion: ‚Beatles for Sale’.“

Was geschah dann, haben Sie Paul und die Jungs empfohlen?

Tommy Kent: „Bernd Kaempfert hörte auf mich. Er ging am nächsten Tag in den Club und war wie ich begeistert. Paul und die Jungs haben an diesem Tag für mich gespielt. Sie begleiteten mich. Ich habe ‚Bebabelula’ gesungen, ‚Cansas City’ und dergleichen. Es war ein toller Abend. Damals war noch Tony Sheridan der Lead-Sänger der Gruppe um Paul, die später die legendären Beatles wurden. Kaempfert nahm die Band für ein Jahr unter Vertrag, dann wechselten sie ihr Management.“

 

Der legendäre Brief von 1961, in dem Paul McCartney den jungen Rock'n'Roller Tommy Kent erwähnt, Foto: privat

Würden Sie Paul McCartney gerne mal privat treffen?

Tommy Kent: „Das wäre toll. Es wäre mir ein Herzensanliegen.“

Vielleicht liest jemand diesen Wunsch, der ein Treffen organisieren kann. Wie ging es mit Ihnen weiter?

Tommy Kent: „Nun, die Phase als Musiker lief immer weiter. Schleppend. Meine Kompositionen wurden an andere weitergereicht. Irgendwie war es vorbei. Ich stieg bei meinem Bruder als Architekt ein und machte mich kurze Zeit später selbstständig. Meine erste Frau Christine war ein wunderbarer Mensch. Wir waren beide aber zu jung. Wir zogen nach Los Angeles. Ich studierte endlich Kunst. An der Kunsthochschule in LA. Unser Sohn Mark wurde geboren. Dann erhielt ich einen großen Auftrag für ein Architekturprojekt in Deutschland, und wir zogen nach München. Christine war hier nicht glücklich – zu wenig Sonne. Aber das Wetter konnte ich ja nicht ändern. Sie wollte zurück in die Staaten. Ich hatte gute Aufträge in Bayern. Es kam zur Trennung. Mark nahm sie mit. Ein tiefer Schmerz! Er ist ein wunderbarer Junge und heute Anwalt. Christine heiratete wieder, den Journalisten und Reporter Carl Bernstein. Ein netter Mann. Vor zwei Jahren trafen wir uns drüben. Wir sind immer noch gute Freunde.“

USA-Besuch: Tommy Kent (l.) mit dem Journalisten Carl Bernstein, der die Watergate-Affäre mit aufgedeckt hat. In der Verfilmung wurde er von Dustin Hoffman dargestellt

Und Sie?

Tommy Kent: „Ich heiratete auch wieder. Aus dieser zweiten, längst beendeten Ehe, blieb mir mein zweiter großartiger Sohn Felizian. Heute, während dieses Interviews, hat er seine Prüfung, und dann ist er Arzt. Seit ich denken kann sein Herzenswunsch. Gut, dass er ihn lebt. Er wird bestimmt ein sehr guter Arzt, davon bin ich überzeugt!“

Wie ihr Vater! Also doch die Gene! Sie hingegen bauten viele Häuser in München und Oberbayern.

Tommy Kent: „Genau, und durch meine Architektur war ich finanziell unabhängig. Es regnete Fassadenpreise. Diese Unabhängigkeit schaffte mir den Spielraum, endlich meinen Lebenstraum auszubauen. Ich hatte als Architekt gute Aufträge. So konnte ich im Allgäu, in Pfronten, ein historisches Restaurant, den Adler, ausbauen und mir darin im Dachstuhl ein riesiges Atelier einrichten. Große Leinwände entstanden. Eine tolle Zeit.“

Sie widmeten Ihr Leben von da an ganz der Malerei?

Tommy Kent: „Ich wollte immer nur malen! Das war anfangs auch der alleinige Grund, warum ich Architektur studierte. Ich wollte die Technik beherrschen, perspektivisches Zeichnen lernen und alles andere auch. Aber ich wurde schnell enttäuscht. Es war interessant, Neues zu konstruieren, aber mit Malerei hatte das alles nichts zu tun. Mein Diplom absolvierte ich dennoch sehr gut. Was ich anfange, führe ich auch zu Ende. Heute konstruiert man ja am Computer, fixiert ein paar Punkte, und dann erscheint alles dreidimensional. Man kann es drehen und wenden und das geplante Gebäude von allen Seiten betrachten oder sogar schon begehen. Das haben wir alten Architekten noch selbst berechnet und entworfen. Es brauchte immer viel Überzeugungskraft, meine Bauten bei den Behörden genehmigen zu lassen. Sie wichen von damaligen Sehgewohnheiten doch sehr ab. Ich baute mit dem Herzen.“

"Hommage an Leo von Klenze, Englischer Garten". Foto: Dr. Helga Wäß

Und die Malerei?

Tommy Kent: „Was ich immer machte, bei Auftritten hinter der Bühne, im Zug, oder wo immer ich war: Ich zeichnete. Alles und jeden. Max Gregor sah einmal, wie ich mit ein paar Rissen die ganze Bühne samt Orchester auf das Blatt warf und war schier begeistert: ‚Ja, Tommy, du bist ja ein Künstler. Du musst malen!’Ab und zu verkaufte ich ein Cartoon an die Presse. Diese kleinen inhaltlich schweren und zeitkritischen Zeichnungen waren sehr beliebt. Man hatte immer was zum Schmunzeln.“ 

Und im Atelier?

Tommy Kent: „Als ich mein großes Atelier hatte, fing ich an, mit Farbe zu experimentieren. Ich war der glücklichste Mensch und wollte nie wieder etwas anderes machen.“

Haben Sie damals über die Inhalte Ihrer Bilder nachgedacht und Konzepte entworfen?

Tommy Kent: „Nein, über Inhalte habe ich erst später nachgedacht. Es war eine Phase der Entdeckungen. Überhaupt, bewusste Konzepte entwerfe ich erst seit ein paar Jahren.“

Haben Sie sich also von der, sagen wir, inhaltlich „Sinn-freien“ und allein dem Material verpflichteten Malerei entfernt?

Tommy Kent: „Ja, das war der stärkste Umbruch in meinem malerischen Schaffen. In den letzten 15 Jahren habe ich viele Werkphasen durchlebt. Mich vom Material leiten lassen und alles, was ich erlebte, in Farbe umgesetzt. Ohne darüber groß nachzudenken, war jedes meiner Bilder ein Teil meines Selbst. Das ist bis heute so!“

"Blick von der Bavaria auf's Oktoberfest". Foto: Dr. Helga Wäß

Mit welchen Materialien arbeiten Sie?

Tommy Kent: „Meist in Acryl und Ölfarbe. Leinwand. Malkarton. Erst im schnellen Entwurf mit Graphit und schnell trocknendem Acryl. Dann führe ich Feinheiten aus, setze Lichter und Schatten mit Ölfarbe. Die braucht sehr lange zum Trocknen.“

Beschreiben Sie doch einmal die Arbeitsatmosphäre an einem normalen Mal-Tag.

Tommy Kent: „Das Atelier ist meist von einer Musik erfüllt. Von Rock'n’Roll bis Klassik, Lateinamerikanisches und Rock. Alles kann es sein.

Die Leinwand ist gezeichnet, die Palette mit Acryl-Grundtönen bestückt, und dann geht es los!“

Immer ein Bild nach dem anderen?

Tommy Kent: „Nein, immer mehrere. Mir tut die Farbe so leid, wenn sie nur trocknet, ohne ihren Sinn zu erfüllen.“

DIE FARBE TUT IHNEN LEID. Schön formuliert. Was interessiert Sie am meisten bei der Entstehung eines Gemäldes?

Tommy Kent: „Immer noch die Perspektive. Sie steht immer im Mittelpunkt, auch wenn ich mich davon lösen will. Das ist vermutlich meine Architekturschulung. Aber es ist ein Unterschied, ob ich eine Untersicht oder eine Aufsicht betrachte. Ob ich als Maler den Überblick habe oder mich langsam voran taste, um den Raum zu füllen. Manches Mal gehen die Gemälde einen eigenen Weg – anders als geplant. Sie nehmen mich ein und führen meine Hand. Hinterher wundere ich mich dann und merke, das es gut ist, wie es ist. Aber geplant, wäre das eine oder andere Gemälde ganz anders ausgefallen.“

Haben Sie in der Malerei ein Vorbild?

Tommy Kent: „Gerhard Richter. Ich verehre ihn und seine Malerei.“

Einer der höchst bezahlten Künstler unserer Epoche. Gerhard Richters Werke hängen in vielen Museen rund um den Erdball. Glücklich jene Galerie, die ihn ausstellen kann. Galerie Thomas fällt mir dabei ein. Was fasziniert Sie an seinen Gemälden besonders?

Tommy Kent: „Die Technik. Einmalig. Welcher Künstler würde darauf kommen, seine Werke zu verwischen? Er gibt ihnen das Flüchtige, jenes, was gerade doch noch da war. Das Bild ist fertig, und dann nimmt Richter ein Brett und zieht es über das feuchte Gemälde. Wahnsinn.“

Da haben wir etwas gemeinsam. Und die schwarzweißen Gemälde nach Fotos der Familie erst!

Tommy Kent: „Genau. Ist das nicht eine unglaubliche Aussage? Stark. Seine Entwicklung verfolge ich seit Jahren.“

Haben Sie die Ausstellung im Kunstbau des Lenbachhauses schon gesehen? Ich meine die Sonderausstellung „Gerhard Richter: ATLAS MIKROMEGA“ die noch bis zum 9. Februar 2014 im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus zu sehen ist.

Tommy Kent: „Hier ist der Katalog.“ (Tommy Kent geht zu einem Regal: alles Richter) „Ich war zwei Mal dort: Toll! Ich war überwältigt.“

Das Werk erschließt sich nach und nach, wie ein Mosaiksteinchen, das sein Gegenstück sucht. Mit jeder Ausstellung lernen wir es mehr kennen.

Tommy Kent: „Ja, aber mich interessiert weniger der kunsthistorische Hintergrund. Mir geht es allein um die mächtige Ausstrahlung, die man mit Farbe erreichen kann. Fast mächtiger als in der Natur!“

Foto: Dimitri Davies

Was fesselt Sie im Moment an Ihrer eigenen Arbeit am meisten?

Tommy Kent: „Die Zeichnung. Ich bin wieder bei der Zeichnung gelandet. Die Leinwand oder der Malkarton und der Graphitstift. Gerade habe ich einen großen Kuhkopf gemalt, der eine Rose frisst.“

Äh, Kuh auf Leinwand. Gegenständlicher geht es nicht. Was fasziniert Sie so am Kuhmotiv, dass Sie sich immer wieder mit ihm auseinandersetzen? Ich erinnere nur an „Kuh rot“ eine gezeichnete Kuh, die den Betrachter mit Augenaufschlag ansieht. Sie haben ein Leder in die braune Fellfarbe gedrückt, man kann Rindnappa sehen. Der Hintergrund wurde mit rotem Lack sehr kräftig, Schatten werfend aufgemalt. Und das Ganze haben Sie dann in einen breiten vergoldeten Ausstellungsrahmen gepresst. Das war vor fast 10 Jahren!“

Tommy Kent: „Der Lack war Nagellack. Flaschenweise habe ich ihn im Hintergrund verarbeitet. Gibt es etwas Weiblicheres als Nagellack? Dieses Gemälde, ja, das ist länger her. Eine Kuh in Pfronten, im Allgäu. Nun, ich komme immer wieder auf dieses Tier zurück. Klar, ich mag Kühe und ihre Natur. Man braucht in Oberbayern ja nur einen Feldweg zu begehen, und schon steht eine da. Ich finde Kühe so nett. Ihre Augen, ihr Wesen. Und in meinen Bildern möchte ich sie ‚adeln’, ihnen menschliche Dimensionen verleihen. Eine Verehrung, eine Hommage an die Natur. Als Naturforscher, wenn ich es denn geworden wäre, hätte ich bestimmt diese Wesen studiert.“

Und das Bild dort auf der Staffelei – nun doch wieder abstrakt?

Tommy Kent: „Gerade male ich dieses Bild ‚Vater mit Kind’, 110 x 80 cm auf Karton. Abstrakt. Ich fand in einem Keller einen von Feuchtigkeit angefressenen Karton. Ein Malgrund in Auflösung! Er bröselte an der Seite auf. Den habe ich dann aufgeklebt, um die Vergänglichkeit zu dokumentieren, jene, aus der Neues entstehen kann. Nichts ist wirklich verloren. Dargestellt wird auf ihm jetzt eine Familie – jene Personen, die doch nur Farbe sind – aber aus ihnen entsteht immer wieder etwas Neues.“

Kommen – Werden – Vergehen – Entstehen! Ein ewig behandeltes Thema in den Künsten.

Tommy Kent: „Und immer noch aktuell. Zeitlos! Klassiker eben!“

Sind Ihre Bilder fertig, wenn Sie getrocknet sind?

Tommy Kent: „Erst einmal ja. Aber wenn sie länger bei mir sind, dann erleben sie mit mir den Wandel. Nicht, dass sie mir nicht genügen, aber sie verändern sich. In meinen Gemälden und Graphit-Zeichnungen finden Sie viel von mir selbst. Ich bin nie fertig! Es ist spannend – dieses Leben in der Kunst.“

Wie lassen Sie sich inspirieren? Gibt es eine Muse?

Tommy Kent: „Wie sagt man so schön: Der Gentlemen genießt und schweigt.“ (Er schmunzelt! Kurze Zeit sehen wir in diese blauen Augen jenes 19-jährigen Jungen, der dort auf dem Plattencover zu sehen ist.) „Aber doch: Die Natur ist meine Muse. Ich liebe lange Spaziergänge. Wieder zu Hause denke ich gar nicht mehr über das Wie nach, das Material beherrsche ich, ohne zu überlegen, die Bilder müssen dann einfach nur aus mir heraus.“

Klingt logisch! Dann ist der Malträger für Sie eine Unterlage Ihrer Innerlichkeit!

Tommy Kent: „Schöner könnte ich es nicht sagen.“

Aber: Da offenbaren Sie viel von sich.

Tommy Kent: „Ja, das ist das Schlimmste bei Vernissagen. Es ist tausendmal anstrengender, als einen Abend auf der Bühne zu verbringen. Du singst, verbeugst dich, bekommst deinen Applaus – oder nicht. Aber bei Vernissagen! Man öffnet sich, man zeigt alles, was man in den letzten Monaten erlebt, erlitten und auf die Leinwand gebracht hat. Kunst ist nämlich Schwerstarbeit! Eine ständige Auseinandersetzung mit sich und dem Sein.“

Und die Öffentlichkeit?

Tommy Kent: „Sie kann dir bei der Vernissage ins Herz sehen. In die Künstlerseele, die sich lieber verbergen würde. Und du siehst nicht gleich, ob du Applaus bekommst oder nicht. Dieses Feedback des Sängers auf der Bühne, die Bestätigung, jenes, was uns Künstler zum ewigen Neuschaffen drängt, das bekommt der Maler nicht.“

Oder nur schleppend. Wenn ein Werk gekauft wird.

Tommy Kent: „Oder, wenn man merkt, dass es jemanden gibt, der sich für meine Malerei interessiert. Vielfach wird man ja nur auf die Schlagerkarriere reduziert. Die Geschichte ist aber vorbei. Das Heute zählt. Es war nur eine Facette meines Lebens in den Künsten. Eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber alles führte zu diesem heutigen Tag. Zu diesem Gemälde auf der Leinwand.“

"München leuchtet". Foto: Dr. Helga Wäß

Es ist also ein Werk, dass Ihr ganzes Leben plus die sieben Tage der Entstehung gebraucht hat, um zu existieren.

(Diese Bemerkung wird von Tommy Kent mit einem charmanten Lächeln erwidert.)

Ich danke Ihnen für dieses schöne Gespräch. Ein Nachmittag, den ich so schnell nicht vergessen werde.

 

Zum Abschied nimmt der Künstler dann tatsächlich die Gitarre von der Wand und spielt einen Rock'n’Roll. Eine wirklich schöne Begegnung mit einem Menschen unserer Zeitgeschichte, dessen Musik unsere Epoche mit begründete und dessen Gemälde verstanden werden müssen, damit man den Menschen hinter und in der Kunst versteht. Eine Künstlerseele, die sich mit jedem Werk dem Betrachter neu öffnet.

 

Dr. Helga Wäß

Foto: Dimitri Davies

Unsere Autorin

 

Dr. Helga Wäß ist Kunsthistorikerin, Buchautorin und Initiatorin der Agentur CollectArt. Für Schwänchen's eMag berichtet die pfiffige Expertin des Kunstparketts über angesagte Künstler und Ausstellungen. Nach ihrer langjährigen Tätigkeit in der Kunstwissenschaft, war Dr. Helga Wäß viele Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kunsthandel beschäftigt. Fachgebiete: Gemälde Alter Meister und der Moderne sowie Skulpturen vom Mittelalter bis zum Barock. Heute arbeitet sie als Freiberuflerin rund ums Thema „Kunst“.

 

 

TAGS: Maler, Künstler, Schlagerstar, Beatles, Watergate-Affäre, München, abstrakte Malerei

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